Viele Beschäftigte in der Pflege und an Pflegeschulen in NRW gehen in den kommenden Jahren in Rente
Ein kurzer Blick in die Statistik zeigt was auf uns zukommen wird:
- rund 42 Prozent der Pflegekräfte in der ambulanten Pflege,
- 40 Prozent in der der Pflegekräfte in der stationären Pflege,
- knapp 32 Prozent der Pflegekräfte in Krankenhäusern
- und über 47 Prozent der Pflegelehrer:innen
sind 50 Jahre oder älter (siehe Abbildung: Situationsbeschreibung in Deutschland – Altersstruktur der Pflegefachkräfte/Lehrenden 50+ (NRW)). Sie werden in den kommenden Jahren also das Rentenalter erreichen.
Gleichzeitig steigt aufgrund der alternden Bevölkerung die Zahl der pflegebedürftigen Menschen, durch den medizinischen Fortschritt und den besseren Behandlungsmöglichkeiten die Fallzahlen in Krankenhäusern. Rettungsdienste und Notfallambulanzen arbeiten schon heute oft am Rande der Belastungsgrenzen.
Parallel nimmt das häusliche Pflegepotential aufgrund sozialer Veränderungen (Singularisierung, höherer Frauenanteil an der Erwerbstätigkeit, Mobilität in einem immer stärker flexibilisierten und globalisierten Arbeitsmarkt) deutlich ab.
Zusätzlich wird sich die Zahl der Erwerbspersonen und Menschen im erwerbsfähigen Alter in den kommenden Jahren in Deutschland stark reduzieren. Dieser Arbeitskräftemangel betrifft den gesamten Arbeitsmarkt.
Bis 2060 werden rund ein Drittel weniger Erwerbspersonen (bis zu 16 Mio. Personen) zur Verfügung stehen, wenn diese nicht durch Zuwanderung ausgeglichen werden können.
Besonders ausgeprägt sind die Engpässe jedoch in den Bereichen:
- Gesundheit und Soziales,
- Lehre und Erziehung,
- Gastgewerbe,
- Reinigungsgewerbe,
da hier die entsprechenden Dienstleistungen in der Regel keinen Aufschub zulassen.
Die oben genannten Aspekte machen deutlich, dass die Bekämpfung des Arbeitskräftemangels in der Pflege, ein zentrales Anliegen aller Beteiligten werden muss.
Abbildung: Situationsbeschreibung in Deutschland – Altersstruktur der Pflegefachkräfte/Lehrenden 50+ (NRW)
